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Friedensaussichten im Mittleren Osten - Kein Frieden ohne Gerechtigkeit; keine Gerechtigkeit ohne Wahrheit

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Maryse Mikhail Vortrag, Universität von Toledo, März 2001

Noam Chomsky: Leider kann ich dort draussen niemanden sehen, aber ich nehme an dass es dort Leute gibt. Ich werde sprechen - in erster Linie über Westasien, das sich ziemlich genau mit dem überschneidet, was wir hier als den Mittleren Osten oder den Nahen Osten bezeichnen- Einige dieser Bemerkungen werden sehr kritisch mit der Vorgehensweise der Staaten in dieser Region umgehen, einschliesslich der Vorgehensweise der derzeit mächtigsten Staaten, Israel und die Türkei. Befürworter ihrer kriminellen Praktiken werfen oft vor, dass diese Kritiken ungerecht sind, weil sie die Konflikte und die Bedrohungen übersehen, denen diese Staaten und Gesellschaften gegenüberstehen. Und ich denke diese Vorwürfe sind teilweise richtig. Die Kritik beinhaltet eine gewisse Ungerechtigkeit, aber aus einem anderen Grund. Die Konflikte und die Bedrohungen sind sicher echt und ernsthaft, aber sie rechtfertigen in keinster Weise die anhaltenden barbarischen Handlungsweisen und Aktionen, die viele Jahre lang beibehalten wurden, und zu einem grossen Teil für die Bedrohungen verantwortlich sind, die jetzt existieren.

 

Aber diese bösartige Praktiken sind nur zu erwarten. In einer Situation von Konflikt und Gefahr, werden die Staatsautoritäten zu allen Mittel greifen, die man ihnen durchgehen lässt; das schliesst schwere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit ein, und das werden sie so lange tun, wie ihre Verbrechen von dem Lehnsherrn toleriert und unterstützt, und manchmal ermutigt werden. Wenn der Meister sagt, das reicht, hören sie auf. Daraus folgt, dass sich unsere Kritik in erster Linie an uns richten sollte. Entrüstung über die Verbrechen anderer ist einfach und billig und nicht besonders anziehend, manchmal sogar schändlich. In den Spiegel zu blicken ist viel wichtiger, und viel schwieriger. Und in diesem Fall und vielen anderen, ist unsere Beteiligung an Verbrechen völlig real, und schreitet auf mehreren verschiedenen Ebenen fort.

 

Auf der ersten Ebene ist es eine Frage von Regierungspolitik, entscheidende militärische, wirtschaftliche, diplomatische Unterstützung für Verbrechen, alle völlig bewusst, über viele Jahrzehnte hindurch. Auf der zweiten Ebene geht es auf der Ebene der doktrinären Institutionen - Massenmedien, Schulen, Universitäten, intellektuelle Magazine, oft Stipendien. Dazu gehören die Vermeidung oder Unterdrückung entscheidender Fakten, massenhafte blanke Fälschungen, manchmal sogar ungezügelte Begeisterung für Greueltaten.

 

Und auf der dritten und wichtigsten Ebene, ist es eine Frage unserer eigenen Wahl. Nichts von alledem ist in Stein gehauen. Es gibt viele ähnliche Beispiele, in denen Dinge durch öffentliche Aktion geändert wurden. Vielleicht erinnern wir uns, dass in diesem Monat, März 2002, zufälligerweise die 40 Jahresfeier der ersten öffentlichen Ankündigung des US Angriffes auf Südvietnam stattfindet. In März 1962 gab die Kennedy Regierung bekannt, dass die US Air Force Missionen gegen Südvietnamesen fliegen würde. Der Einsatz chemischer Waffen wurde eingeführt um Ernten zu vernichten. Hunderttausende, letztendlich Millionen von Menschen wurden in Konzentrationslager und Slums getrieben. Napalm wurde autorisiert.

 

All dies ging ohne Protest vor sich. Deshalb gedenkt man heute des 40. Jahrestages nicht. Niemand erinnert sich daran. Es gab kein Protest, überhaupt keinen, weder hier in Berkley noch anderswo, für eine lange Zeit. Es dauerte Jahre bis zur Bildung einer wesentlichen öffentlichen Opposition. Sie entwickelte sich schliesslich, wie jemand, Barbara, jemand betonte, und es bewirkte einen grossen Unterschied.

 

Eins der Unterschiede die sie bewirkte war , dass sie zusammen mit der Bürgerrechtsbewegung und anderen Bewegungen jener Zeit dazu beitrug, dies zu einem viel zivilisierterem Land zu machen, in vielerlei Hinsicht. Ich rede nicht von der Führung, ich rede nicht von den intellektuellen Klassen, sondern die allgemeine Bevölkerung hat sich verändert. Kein amerikanischer Präsident könnte heute von so etwas auch nur im entferntesten träumen. Und das gleiche gilt für viele andere Bereiche. Und das kam nicht durch Zauberei, oder durch ein "Engelsgeschenk" oder etwas ähnliches zustande. Es wurde durch den engagierten, öffentlichen Aktivismus von Millionen Menschen bewirkt. Und das bewirkte ein viel besseres Land. Es gibt viel Falsches, aber verglichen mit dem Zustand vor 40 Jahren ist die Verbesserung enorm.

 

Und es gibt viele spezifische Fälle wie diesen. Ich konnte es von hinten wieder nicht genau hören, aber jemand erwähnte Südafrika, was ein ziemlich ähnlicher Fall ist. Vielleicht erinnern wir uns, dass die US Regierung 1988 Nelson Mandelas Afrikanisches Nationale Kongress als terroristische Organisation verurteilte - eigentlich, ihrem eigenen Wortlaut nach, als eine der "berüchtigsten" terroristischen Organisationen der Welt, und sie Südafrika während ihrer schlimmsten Zeit der Apartheid unterstützte und akzeptierte, sie als einen willkommenen Verbündeten akzeptierte. Das war nachdem Südafrika alleine während der Reagen/Bush Regierungen, mit US und britischer Unterstützung, mehr als anderthalb Millionen Menschen in den umliegenden Ländern getötet hatte, von dem was innerhalb des Landes geschah abgesehen, und in den umliegenden Ländern Schäden im Wert von etwa $ 60 Milliarden verursacht hatte. Aber sie war ein willkommener Verbündeter, und ihre Gegner, die um Freiheit kämpften, waren eine der berüchtigsten terroristischen Organisationen der Welt.

 

Innerhalb weniger Jahre, sah sich Washington gezwungen diese Haltung aufzugeben und umzustellen. Dazu wurde es von einer wachsamen und aktiven Öffentlichkeit gezwungen, wenn man die Revision bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt, und das ist bei weitem nicht der einzige Fall. In Wirklichkeit gibt es wirklich eine Wahl, sowohl in diesem Fall, als auch in anderen. Wenn wir diese Wahl nicht ergreifen, sind wir Komplizen bei dem Verbrechen, wissentliche Komplizen.

 

Nun, wenden wir uns mit diesem Hintergrund Westasien zu. Politiker wollen, dass wir uns auf das konzentrieren, was sie als die "Achse des Bösen" bezeichnen, was wie ich denke lohnenswert ist; ich denke wir sollten darüber lachen, und darauf möchte ich zurückkommen. Aber sie begreifen, dass sie um ihre Ziele zu verfolgen, zumindest einige Gesten zu dem sogenannten Israel-Palästina Konflikt machen müssen, ein Ausdruck der eine gewisse Symmetrie andeutet, obwohl die wirkliche Berichterstattung Israel als das Opfer des sinnlosen und wahnsinnigen palästinensischen Terrors betrachtet.

 

Nun, da einige Gesten notwendig sind um andere Ziele zu verfolgen, befahl die US Regierung der israelischen Regierung ihre Panzer und bewaffnete Streitkräfte aus palästinensischen Städten und Flüchtlingslager zurückzuziehen, und sie gehorchten sofort, wie immer. Um ein paar Ecken herum, aber sie befolgten die Anweisungen schnell. Das beweist wieder einmal, nicht zum ersten Mal, wo die Macht liegt und wo die Verantwortung liegt. Für den Rest der Welt verdeutlichte dies wieder was sie bereits wussten: dass dies kein symmetrischer israelisch-palästinensischer Konflikt ist, sondern eine militärische Besetzung, die nun in ihrem 35 Jahr geht - grausam, brutal und repressiv. Sie geht weiter, wegen der entscheidenden unilateralen Unterstützung der Vereinigten Staaten auf allen von mir beschriebenen Ebenen. Sie findet in grober Verletzung der internationalen Gesetze statt, und tat dies von ihrem Anbeginn.

 

Und zumindest soviel wird sogar von den Vereinigten Staaten anerkannt, die die überwältigende und, wie ich sagte, unilaterale Verantwortung für diese Verbrechen tragen. So bekräftigte George Bush I während seiner Zeit als UN Botschafter in 1971 offiziell Washingtons Verurteilung der israelischen Handlungen in den besetzten Gebieten. Er bezog sich zufällig spezifisch auf das besetzte Jerusalem. Wie er es ausdrückte: Handlungen in Verletzung der internationalen Gesetzesvorschriften über die Pflichten einer Besatzermacht, nämlich Israels. Er kritisierte das Versäumnis Israels "seine Verpflichtungen unter der Vierten Genfer Konvention anzuerkennen, sowie seine Handlungen, die dem Wortlaut und dem Geist dieser Konvention zuwiderlaufen."

 

Diese Konvention ist keine Nebensächlichkeit. Sie ist eine der Kernprinzipien des internationalen Gesetzes. Sie wurde in 1949 festgesetzt, um die Handlungen und Praktiken der Nazis im besetzten Europa zu kriminalisieren. Nun, George Bushs Verurteilung der israelischen Praktiken in Verletzung des internationalen Gesetzes, als die Besatzermacht, drückte die offizielle US Politik dieser Zeit aus. Wie auch immer, um diese Zeit, Ende 1971, entwickelte sich eine Divergenz, zwischen der offiziellen Politik und der Praktik. Tatsache ist, dass um diese Zeit, Ende 1971, die Vereinigten Staaten bereits die Mittel bereitstellte, um die Vergehen zu implementieren, die Botschafter Bush beklagte. Sie unterstützten das, was sich in diesem Jahr ereignet hatte.

 

Um es jenen die es nicht wissen oder vergessen haben sollten ins Gedächtnis zurückzurufen, in Februar 1971 bot Ägypten Israel ein vollständiges Friedensabkommen an, genau zu den Bedingungen der offiziellen US Politik. Es erwähnte die Palästinenser nicht einmal, die zu der Zeit kein Thema waren, erwähnte die Westbank nicht. Es erwähnte lediglich ägyptisches Gebiet. Israel erkannte dies als ehrliches Friedensangebot an, erwägte sie zu akzeptieren, entschied sich es nicht zu tun - erinnern wir uns, dass ist die Arbeiterpartei der Tauben, das ist Golda Meirs Regierung, nicht Ariel Sharon, obwohl Sharon im Grunde unter ihrem Befehl war und zu der Zeit einige seiner schlimmsten Greueltaten verübte. Das waren zweigleisige Programme.

 

Also, keine Erwähnung der Palästinenser, volles Friedensabkommen. Israel entschied sich das vollständige Friedensabkommens, das von Ägypten, ihrem Hauptgegner, angeboten wurde nicht anzunehmen, aufgrund der Annahme - intern offen diskutiert, auf hebräisch - dass sie dachten, sie könnten mehr Territorium gewinnen, wenn sie ausharren würden. Die Vereinigten Staaten mussten eine Entscheidung treffen. Sollten sie die offizielle Politik weiterhin unterstützen, die Bush vor der UN einige Monate später wieder bekräftigte, und mit Ägypten an einem Strang ziehen und zu einem vollständigen Friedensabkommen aufrufen? Oder sollten sie den von Kissinger bevorzugten, sogenannten "Patt" befolgen, also keine Verhandlungen, nur Verzögerungstaktiken, die langsame Integration der Territorien unter israelischer Kontrolle, ein Kurs der von den Vereinigten Staaten begründet und unterstützt wurde, während die US weiterhin die diplomatische Einigung blockierten.

 

Nun, Kissinger gewann den internen Konflikt, und von diesem Punkt an, trieben die offizielle und die tatsächliche US Politik auseinander und tun es weiterhin. Erst unter Clinton wurde die offizielle Politik formell aufgegeben, einschliesslich der Sorge um internationale Gesetze und UN Resolution, die von Clinton effektiv aufgehoben wurden. Aber bis dahin blieb die Politik offiziell so wie Bush sie beschrieben hatte, obwohl die Praktik so verlief wie von Kissinger ausgelegt.

 

Dieses Programm zur Blockierung einer diplomatischen Einigung, eine diplomatische Einigung die fast universelle internationale Unterstützung geniesst, dieses Programm hat ein Name, es wird in der Standardrhetorik Friedensprozess genannt. Also lesen sie etwas über die US Implementierung des Friedensprozesses und über Aufrufe nach einer direkteren US Intervention um Fortschritte in den Friedensprozess zu erwirken. Was der Friedensprozess ist, nicht nur in diesem Fall - das ist allgemein - der Friedensprozess bezieht sich auf alles das die Vereinigten Staaten gerade machen, wie vielleicht, in diesem Fall, den Frieden blockieren.

 

Das ist eine der Ebenen der Beteiligung an den Greueltaten. Nun, während diesen mittlerweile mehr als 30 Jahren des extremen Rejektionismus und der Behinderung von Diplomatie, hat die Politik der Vereinigten Staaten ihren dualen Pfad bis Clinton fortgesetzt. Sie behielt offiziell die Position bei, die Bush verkündet hatte, und folgte in der Praktik dem von Kissinger bevorzugtem "Patt", die langsame Integration der Territorien, Hinhaltetaktiken, Konsolidierung innerhalb Israels, das heisst US und Israel.

 

Was ist mit den Palästinensern. Nun, die Pläne für die Palästinenser wurden zur gleichen Zeit angekündigt. Das geschah zwar intern, in geheime Kabinettsitzungen, aber die Aufzeichnungen sind in Israel veröffentlicht worden. Moshe Dayan beriet das Kabinett, das ist das Kabinett der Tauben, dass wir mit Hinsicht auf die Palästinenser, diesen sagen sollten, dass sie wie Hunde leben werden, und wer auch immer weggehen will wird weggehen, und wir werden sehen wohin das führt, während wir uns leise daran machen das zu begründen, was er die "permanente Herrschaft" über die Gebiete nannte. Man halte fest, dass ich keinen Extremisten zitiere, nur eine extreme Taube. Innerhalb des Spektrums war Moysha Dyan einer der Anführer, der der Lage der Palästinenser und deren Bedürfnisse und dem was mit ihnen geschah, noch am meisten Sympathie und Verständnis entgegenbrachte.

 

Nun, diese Politik wird fortgesetzt. Sie dauert bis heute an. Sie wurde während der Oslo Phase des sogenannten Friedensprozesses fortgesetzt. Intern, in Israel, wieder auf hebräisch, das eine Geheimsprache ist, im Vertrauen darauf, dass die westliche Kommentatoren nicht darüber berichten werden, verfasste Baraks offizieller Vermittler Shlomo ben Ami, der irgendwie der Taubenseite des Spektrums angehört, gerade als er in die Regierung kam, in 1998, ein Buch auf hebräisch, in dem er den Oslo Prozess diskutierte. Und er wies darauf hin, dass das Ziel des Oslo Prozesses es sei, das zu begründen, was er eine permanente neo-koloniale Abhängigkeit für die Palästinenser in den besetzten Gebieten nannte. Was akkurat ist, das war das Ziel des Oslo Prozesses. Es war vollkommen transparent, in den ursprünglichen Dokumenten, die Erklärung der Prinzipien, die September 1993 mit viel Getöse unterzeichnet wurde. Die Palästinenser zogen es törichterweise vor die offensichtlichen Fakten zu ignorieren, und etwas anderes zu glauben.

 

Die Täter der Verbrechen können es vorziehen sich selbst zu belügen, wenn sie das wollen, aber die Opfer wären gut beraten sehr aufmerksam zu sein, nicht nur in diesem Fall. Was das bedeutete, und was ben Ami in 1998 wiederholte, ist dass das Ziel des Oslo Prozesses, das Langzeitziel, es war etwas einzurichten, wie das was Südafrika in 1962 eingerichtet hatte, als Transkei, das erste Bantustan, offiziell gegründet wurde, ich denke das war das Jahr, als ein schwarzer Staat, der von Schwarze regiert wurde. Im Grunde viel lebensfähiger als das was für die neo-koloniale Abhängigkeit in Palästina beabsichtigt ist. Sie investierten sogar Ressourcen darauf, im Gegensatz zu dem was die US und Israel tun, nicht weil sie nette Kerle waren, sondern weil sie sich internationale Anerkennung erhofften.

 

Wenn der "Herr der Welt" das erkannt hätte, würden wir heute die Unabhängigkeit von Transkei feiern, wenn sie damit durchgekommen wären. Zum Glück konnten sie das nicht. Nun, Ehud Barak, während er und Clinton für ihre grosszügigen Angebote in Camp David Mitte 2000 gepriesen wurde, führte er das Standardprojekt mit der Gründung illegaler Siedlungen weiter. Tatsächlich erreichte das Siedlungsprogramm im letzten Jahr seiner Amtszeit seinen höchsten Stand seit 1992, das Jahr vor dem Beginn des Oslo Prozesses. Das Ziel war es sicherzustellen, dass das Ergebnis auf jeden Fall eine permanente neo-koloniale Abhängigkeit sein würde, genau wie sie es gesagt hatten. Es ist nur ein Geheimnis wenn wir es vorziehen nicht zu hören was gesagt wird.

 

Zur Zeit des Camp David Abkommens gründete die israelische Regierung - wenn ich Israel sage, meine ich immer US-Israel. Sie könnten es ohne die Unterstützung und Ermutigung der US nicht tun - also die Regierung hatte, laut Amnesty International, 227 palästinensische Enklaven in der Westbank gegürndet, alle abgeschnitten von Jerusalem und Gaza, das ebenfalls in Kantons unterteilt wurde - viele davon, eigentlich die meisten, einige Quadratkilometer gross, kleine Kerker. Und im Grunde war das grosszügige Angebot von Camp David, das wir alle applaudiert sollten, eine Verbesserung. Es vereinigte diese 227 Enklaven in vier verschiedene, getrenne Kantons in der Westbank, Norden, Zentral und Süden, getrennt durch Vorposten die das Gebiet durchzogen, ihn praktisch im Norden und wieder im Süden durchschnitten, alle abgeschnitten von Jerusalem, die kleine Gegend von Jerusalem, die traditionell das Zentrum des palästinensischen Lebens ist.

 

Die Stellung von Gaza war etwas vage, aber wahrscheinlich mehr oder weniger die Gleiche. Wenn Sie an die Zeit zurückdenken, als Clinton und Camp David gefeiert wurden - nun, dass können Sie selbst nachprüfen. Ich lese keine kalifornischen Zeitungen, aber ich habe ziemlich hartnäckig gesucht, und ich konnte in den Vereinigten Staaten keine einzige Landkarte dafür finden. Ich meine, wir applaudieren alle die Einigung, die von Clinton und Barak vorgeschlagen wurde, aber es war unmöglich in den Vereinigten Staaten eine Landkarte zu finden, die sie erläuterte. Es war einfach, wenn man woanders suchte. So hat die israelische Presse die Karten veröffentlicht, die britische Presse hat sie veröffentlicht, aber meiner Kenntnis nach, wurde in den Vereinigten Staaten keine einzige Karte veröffentlicht, zumindest nicht in der nationalen Presse.

 

Und ich denke dafür gibt es einen Grund. Wenn man sich die Karten ansah, sah man sofort, dass man das unmöglich als ein grosszügiges und zuvorkommendes Angebot preisen konnte. Im Grunde kam es dem was Südafrika 40 Jahre zuvor getan hatte noch nicht einmal nahe. All dies geht dank der US Unterstützung und Ermutigung auf alle drei Ebenen die ich erwähnt habe weiter - auf der politischen Ebene, der Medienebene und der ebene der doktrinären Institutionen. In den Medien denke ich, ist das extremste Beispiel einer Art von Fanatismus oder was auch immer das richtige Wort dafür ist, Thomas Friedman der New York Times. Er schrieb zu der Zeit, dass Präsident Clinton gesprochen hätte, und nun wüssten wir, wie er sagte, was das Auskommen sein müsste. Natürlich, wir haben die Worte des Herrschers. Man muss schon auf finstersten Tagen des Stalinismus zurückblicken um etwas vergleichbares zu finden. Als die Palästinenser ablehnten, zeigte das wie schrecklich sie sind.

 

Die dritte Ebene der Unterstützung dafür sind natürlich wir selbst. Es gab Proteste, aber nicht genug. Nun, lassen sie mich auf die Gegenwart kommen. Erst letzte Woche erliessen die zwei wichtigsten Menschenrechtsgruppen der Welt, Amnesty International und Human Rights Watch, sehr eloquente Gesuche, für die Erlaubnis internationale Beobachter in die Gebiete zu entsenden. Amnesty International um palästinensische und israelische Leben zu retten, und Human Rights Watch wieder einmal "um die exzessive und wahllose Gewalt Israels" gegen Zivilisten zu beenden.

 

Das Appell von Amnesty International sagt am Anfang, dass palästinensische und israelische Kinder abgeschlachtet werden; Ambulanzen mit verwundete Palästinenser beschossen werden; palästinensische Häuser zerstört und ihre Städte und Dörfer abgeriegelt werden. Schweigen kommt einer Duldung der Morde, Gewalt und Vergeltungsschläge gleich. Hier kommen die Jüdischen Stimmen gegen die israelische Besetzung der palästinensischen Gebiete hinzu, die ich vorher erwähnt habe. Sie werden in der New York Times eine Anzeige aufgeben, ich denke dieser Sonntag, das so ziemlich das gleiche sagen wird. Und im Grunde, wie Sie gehört haben, die Einstellung der militärischen Unterstützung für Israel fordert, die benutzt wird um die Besetzung aufrechtzuerhalten, bis Israel sich aus den Gebieten zurückgezogen hat, und die Herabsetzung der wirtschaftlichen Unterstützung um die Summe die auf die Aufrechterhaltung der illegalen Siedlungen ausgegeben wird.

 

Und es gibt andere solche Stimmen. Diese Gesuche, die alle, wenden sich an die Vereinigten Staaten, die sich geweigert haben internationale Beobachter zuzulassen, und sie blockiert. Und jeder weiss, dass dies die einfachste Art ist auf kurzer Sicht den Ausmass von Gewalt herabzusetzen und einzuschränken. Der neueste explizite Fall fand am 14. Dezember statt - der UN Sicherheitsrat debattierte eine Resolution, die zur Implementierung des US Mitchell Planes aufrief, die Einschränkung von Gewalt und die Entsendung internationaler Beobachter, um die Reduzierung der Gewalt zu beobachten und zu erleichtern. Die Vereinigten Staaten legten ein Veto ein. Und ein US Veto bedeutet natürlich das Ende. Es bedeutet auch Stillschweigen, also wird kaum Berichterstattung, und aus der Geschichte gestrichen, wie die Angelegenheit in Februar 1971 die ihr zuvor erwähnte.

 

Die Resolution wurde sofort an die Generalversammlung weitergereicht und es gab das übliche Ergebnis, eine überwältigende Stimmzahl zugunsten der Resolution, im Grunde einstimmig. Die US und Israel stimmten dagegen, zusammen mit Mikronesien und eine andere pazifische Insel, eine der kleinen pazifischen Insel, ich habe vergessen welche, Nauru, denke ich, also war es nicht universell. Und das wurde natürlich nicht berichtet, es ist nicht die richtige Story.

 

All das war ein sehr wichtiger Augenblick. Es fand inmitten eines langen, dreiwöchigen Waffenstillstandes statt. Während dieses Waffenstillstandes wurden wie der Journalist Graham Usher berichtet ein israelischer Soldat getötet, sowie 21 Palästinenser, 11 Kinder. Das wird technisch als Ruheperiode bezeichnet, die drei Wochen lang gedauert hat und ein paar Wochen später gebrochen wurde. Das passierte genau in ihrer Mitte. Genau davor, am 5. Dezember hatte in der Schweiz eine wichtige internationale Konferenz zur 4. Genfer Konvention stattgefunden. Die Schweiz ist der Staat, der für die Beobachtung und die Kontrolle ihrer Implementierung verantwortlich ist. Die gesamte Europäische Union nahm teil, sogar Grossbritannien, das heutzutage praktisch ein Wachhund der Vereinigten Staaten ist. Sie nahmen alle teil. 114 Länder alles in allem, die Parteien der Genfer Konvention.

 

Sie machten eine offizielle Erklärung, die die Siedlungen in den besetzten Gebiete als illegal verurteilte, drängten Israel seine Verletzungen der Genfer Konvention zu beenden, einige "ernste Verletzungen",, einschliesslich von willkürlichem Mord, Folter, unrechtmässige Deportation, unrechtmässige Beraubung des Rechtes auf eine faire und reguläre Gerichtsverhandlung, weitreichende Zerstörung und Enteignung von Eigentum ohne Rechtfertigung einer militärischen Notwendigkeit, und ungesetzlich und willkürlich ausgeführt. Schwere Verletzungen der Genfer Konvention, das ist ein ernster Ausdruck, das bedeutet ernste Kriegsverbrechen.

 

Die Vereinigten Staaten sind eine der hohen Vertragsparteien der Genfer Konvention, daher sind sie durch Gesetz und höchste Verpflichtungen verpflichtet, die Täter schwerer Vergehen gegen die Konventionen strafrechtlich zu verfolgen. Das schliesst ihre eigenen Anführer ein. Solange die Vereinigten Staaten nicht ihre eigenen Anführer strafrechtlich verfolgen, machen sie sich schwerer Vergehen gegen die Genfer Konvention schuldig, das heisst Kriegsverbrechen.

 

Und es lohnt sich, sich an den Kontext zu erinnern. Es ist keine alte Konvention. Das sind die Konventionen die festgelegt wurden, um die Praktiken der Nazis zu kriminalisieren, gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Was war die Reaktion der Vereinigten Staaten auf das Treffen in Genf? Die US boykottierte das Treffen, zusammen mit Israel und Österreich. Österreich war eine Überraschung. Der österreichischen Presse zufolge, geschah das unter sehr starkem US Druck. Das waren die drei Länder die das Treffen boykottierten, und das hatte die üblichen Konsequenzen, es bedeutet, das Treffen ist null und nichtig, Schweigen in den Medien. Und was uns persönlich anbetrifft, das hat jeder für sich selbst zu entscheiden.

 

Sogar die Clinton Regierung, die bei der Unterstützung der Politik der israelischen Regierung alle Rekorde brach, war nicht bereit sich der Gültigkeit der Genfer Konventionen öffentlich zu widersetzen, ganz besonders in Hinblick auf die Umstände ihrer Festsetzung. Am 7. Oktober 2000, eine Woche nach Ausbruch der Intifada, erliess der Sicherheitsrat eine Resolution, die Ariel Sharons Provokation bei der Haram al-Sharif Moschee am 28. September beklagte, und die Gewalt, die dort am Tag darauf stattfand, unter dem Kommando Ehud Baraks und seines Sicherheitsministers Shlomo ben Ami, als eine massive Polizeipräsenz zur Moschee entsendet wurde, als die Menschen nach den Freitagsgebeten hinausgingen. Die Anwesenheit der Polizei führte zu vorhersehbare Steinwürfe und Schüsse in die Menge und anderswo, mit Tote und viele Verletzte. Und das war der Auslöser der derzeitigen Intifada.

 

Die Resolution verurteilte das alles. Sie forderte Israel als Besatzermacht auch auf, sich genau an seine gesetzlichen Verpflichtungen unter der 4. Genfer Konvention zu halten. Das Abstimmungsergebnis lautete 14 zu 0, mit einer Stimmenthaltung. Eine US Stimmenthaltung bedeutet praktisch ein Veto. Ein Veto auch für die Berichterstattung, weil das soweit ich das gemerkt habe nicht berichtet wurde, und damit aus der Geschichte gestrichen ist. Aber sie steht als internationales Gesetz, angenommen ohne Gegenstimmen, und im Grunde wiederholt sie einfach was George Bush I in September 1971 gesagt hat.

 

Nun, in September 200 fanden gleichzeitig auch andere Ereignisse statt. Die Intifada began sofort nach den Provokationen von September 28-29. Am 1. Oktober begannen sogenannte israelische Hubschrauber - wenn sie israelische Hubschrauber hören bedeutet das US Hubschrauber, die von israelische Piloten geflogen werden. Israel stellt keine Hubschrauber her, es stellt keine F-16 her, also bedeutet israelische Kampfjets und Hubschrauber unsere Kampfjets und Hubschrauber - am 1. Oktober fingen sie an zivile Ziele anzugreifen, Wohnkomplexe und anderes, und töteten und verwundeten Dutzende von Personen. Das passierte am 1. und 2. Oktober.

 

Es gab eine US Reaktion auf allen Ebenen. Auf der Regierungsebene reagierte die Clinton Regierung am 3. Oktober, durch die Abschliessung des grössten Geschäftsabschlusses in einem Jahrzehnt für die Lieferung von Militärhubschrauber an Israel, Black Hawk Hubschrauber, andere, sowie Ersatzteile für die Apache Angriffshubschrauber die sie gerade geliefert hatten. Der grösste Geschäftsabschluss in einem Jahrzehnt. Die Presse kollaborierte indem sie sich weigerte das zu veröffentlichen. Ein Freund von mir der eine Stoffsammlung durchführte, fand eine einzige Erwähnung im ganzen Land, in einem Leserbrief an einer Tageszeitung in Raleigh, Nord-Carolina . Es gab Bemühungen um Herausgeber zu überzeugen, zumindest die Veröffentlichung der Fakten zu erlauben die sie kannten - das ist kein Geheimnis, es waren vollkommen öffentliche Informationen. Sie wussten das, aber sie wollten es nicht berichten. Es ist also kein Versäumnis zu publizieren, sondern eine Weigerung.

 

Es gab Bemühungen die Öffentlichkeit auf andere Wege zu erreichen. Limitierte Effekte. Bis heute ist es kaum bekannt, dass die US Reaktion auf das was ich gerade beschrieben habe, die Entsendung der grössten Lieferung an Hubschrauber in einem Jahrzehnt gewesen ist, unmittelbar nachdem diese Hubschrauber benutzt wurden um zivile Ziele anzugreifen und Dutzende Menschen zu töten und zu verletzen. Die Reaktion war wie ich sie beschrieben habe, und die Presse behielt Schweigen.

 

Kurz danach fing Israel einige Wochen später an US Hubschrauber für gezielte Morde einzusetzen. Zu der Zeit gab es bereits ungefähr 50 davon. Diese sind nichts anderes als reine Morde. Ich meine, keine Beweise werden vorgelegt und keine sind nötig. Ebenfalls, um die 25 Fälle berühmter kollateraler Schäden - Ehefrauen, Kinder, Unbeteiligte, die Zahlen variieren ein wenig, aber sie liegen ungefähr nahe.

 

Eine Petition wurde dem Hohen Gericht, praktisch dem Höchsten Gerichtshof in Israel vorgelegt, die das hohe Gericht ersuchte die Ermordung von Menschen durch US Hubschrauber zu verbieten. Das Gerichtshof wies den Gesuch zurück, mit den Worten, es sähe keinen Grund dies zu verbieten. Die US Reaktion: die Entsendung von noch mehr Hubschrauber, Kampfjets und Bewaffnung, eine gigantischer Strom. Alles mit dem Ziel - das muss das Ziel sein, weil es mit voller Absicht geschieht - den Terror zu verstärken, um mit den Worten George Bushs in Bezug auf die offiziellen "Bösewichte" zu sprechen.

 

Was ist mit der Diplomatie? Nun, sie geht weiter. Letzte Woche gab es eine UN Resolution, die erste seit 25 Jahren, die von den US vorgeschlagen wurden. Viel Rummel wurde darum gemacht. Warum schlugen die Vereinigten Staaten eine Resolution des Sicherheitsrates für Israel und Palästina vor? Nun, die Antwort wurde von dem ernsteren Teil der Presse gegeben, dem Wall Street Journal, der tatsächlich oft die beste Berichterstattung liefert. Der Punkt bestand darin, sagten sie, eine Resolution zu blockieren, die zur Beendigung der Gewalt aufrief - sie war im Entstehen - Israel aber auch als eine Besatzermacht bezeichnete, und somit, in ihren Worten, eine anti-israelische Resolution war. Und die US müssen diese anti-semitischen Bewegungen ganz klar blockieren, also blockierten die US die anti-israelische Resolution, die Israel als eine Besatzermacht bezeichnete, indem sie ihre eigene Resolution einreichten.

 

So wird die Tatsache, dass Israel selbstverständlich die Besatzermacht ist aus der Geschichte gestrichen. Es wird von den Vereinigten Staaten offiziell als solche anerkannt, zurückgehend auf George Bush I, und sogar Clinton, dessen Unterstützung für die israelische Regierung, wie ich erwähnte, extrem war, enthielt sich lediglich der Stimme, als der Sicherheitsrat einstimmig seine Position wiederbekräftigte, dass Israel eine Besatzermacht ist, die den Anforderungen der Genfer Konventionen unterliegt, aber für den Wall Street Journal ist dies eine anti-israelische Position. Nicht überraschend, ist das die Standardrhetorik zu der Angelegenheit.

 

Was ist mit der US Resolution? Nun, sie ist vollkommen inhaltsleer. Was sie sagt ist, wir haben eine Vision von zwei Staaten, irgendwann in der Zukunft. Wie man merkt, kommt das den südafrikanischen Rassisten vor 40 Jahren nicht einmal nahe. Sie hatten keine Vision von schwarze Staaten, sie gründeten sie. Aber wir gehen nicht so weit wir südafrikanische Rassisten in den finstersten Tagen der Apartheid, und wir loben uns selbst für diese progressive Haltung.

 

Nun, die Frage ist wieder, tolerieren wir das? Ich meine, man kann das tolerieren, es geht weiter. Es gibt auch viel Diskussion über einen saudiarabischen Plan der von Thomas Friedman mit viel Eigenlob als ein wirklicher Durchbruch vorgestellt wurde. Er ist ziemlich von sich selbst eingenommen, wie jene die es auf sich nehmen seine Kolumne zu leben sich bewusst sind, aber er ist sehr stolz darauf einen wirklichen Durchbruch in den Friedensprozess erreicht zu haben. Die Presse berichtete, dass die Araber vielleicht endlich, ich zitiere, dazu kommen ihre "unplausible Vorstellung" aufzugeben, dass Israel irgendwie verschwinden würde, "und dass sie Israel endlich das einfache Geschenk gestatten werden, nach den es sich immer gesehnt hat, nämlich die Anerkennung seines Rechtes zu existieren." - Wall Street Journal und andere nationale Zeitungen.

 

Andererseits erinnerten ernstere Magazine, wie der Wall Street Journal, ich zitiere, dass die Idee der saudiarabischen Resolution nicht neu ist. Saudi Arabien legte sie erstmals in 1981 vor, aber die "arabischen Staaten der harten Linie" brachten den Plan zu Fall . Aber nun, zwanzig Jahre später, scheinen sie ihre Haltung erweicht zu haben. Der Plan wurde zu der Zeit von Syrien, dem Irak und Arafats PLO blockiert. Obwohl Israel ihn natürlich sowieso nicht akzeptiert hätte. Das können wir nicht sicher wissen. Das ist zitiert aus dem Boston Globe.

 

Nun, kehren wir in die wirkliche Welt zurück. Die PLO befürwortete die Resolution und brachte sie nicht zu Fall. Sie nahmen sie offiziell an, jedoch mit Einschränkungen. Die Einschränkung war, dass der saudiarabische Plan von 1981 die PLO nicht erwähnte. Was Syrien angeht, so erhob es nur gegen einer einzigen Sache Einspruch: die Tatsache nämlich, dass der saudiarabische Vorschlag die eroberten syrischen Golanhöhen nicht erwähnte.

 

Die Reaktion der anderen arabischen Staaten war ambivalent. Sie lehnten die Resolution nicht ab, aber sie erwarteten irgendein Zeichen von Interesse seitens der Vereinigten Staaten und Israels.

 

Was ist mit der israelischen Reaktion? Sie wird in dem Bericht nicht erwähnt, es gab sie aber. Shimon Peres verurteilte den saudiarabischen Vorschlag, das war in 1981, weil er die Existenz Israels selbst gefährde. Die offizielle Tageszeitung der Arbeitspartei, Davar, berichtete, die israelischen Luftstreitkräfte hätten über die saudiarabischen Erdölfelder Militärflüge mit US Flugzeugen durchgeführt. Das war, so interpretierten sie, als Warnung an die Vereinigten Staaten gemeint, den Vorschlag nicht ernst zu nehmen, oder sonst. Wenn sie es täten, würden Israel seine US gelieferte Militärkapazität einsetzen um die Erdölfelder hochzujagen. Die Tageszeitung der Arbeitspartei beschrieb dies als irrational genug, um ausländische Geheimdienste in Sorge über israelische Bombardierungen der saudiarabischen Ölfelder zu versetzen.

 

Amos, Elon, einer der führenden israelischen Intellektuellen, wohlbekannt in den Vereinigten Staaten, beschrieb die israelische Reaktion als schockierend und erschreckend, wenn nicht schlicht verzweiflungserregend. Etwas weiter rüber, rechts Mitte, verurteilte der Korrespondent Yoel Marcus die Antwort auf den arabischen Plan, die er als ein grosser Fehler betrachtete als erschreckt und fast hysterisch.

 

Die interessanteste Reaktion war die des israelischen Präsidenten, Haim Herzog, auch so etwas wie eine Taube. Er schrieb, der wahre Autor - seine eigenen Worte - der "wahre Autor" des saudiarabischen Planes sei die PLO. Und er sagte weiter, dass der Plan, den die PLO verfasst hätte noch extremer sei als die Resolution des Sicherheitsrates in 1976, die wie er behauptete von der PLO "vorbereitet", und von den arabischen Konfrontationsstaaten Syrien, Ägypten und Jordanien vorgeschlagen wurde. Von praktisch der ganzen Welt unterstützt, aber zuletzt glücklicherweise von den Vereinigten Staaten durch ein Veto blockiert und wie üblich aus der Geschichte gestrichen. Diese Resolution forderte die volle Implementierung von UN 242; jene von Ihnen die dies verfolgen wissen, dass es sich hierbei um die Kernresolution handelt, die das Recht aller Staaten in der Region garantiert in Frieden und Sicherheit zu leben, innerhalb anerkannter Grenzen. Sie schloss diesen ganzen Wortlaut ein. Aber sie fügte ihm den palästinensischen Staat in den besetzten Territorien hinzu.

 

Die US legte also ein Veto ein, und legte in den nächsten Jahren weiterhin Vetos ein oder blockierte andere, bis zum Plan in 1981 der solche Hysterie verursacht hatte, und im Grunde darüber hinaus bis zur Gegenwart. Herzog ist 1976 israelischer US Botschafter, als die furchtbare Resolution aufkam. In Wirklichkeit irrte er sich in dem was er sagte. Der saudiarabische Plan in 1981 war praktisch identisch mit der Resolution des Sicherheitsrates, gegen die die Vereinigten Staaten ein Veto einlegten. Und natürlich ist die Idee, die PLO hätte irgendeine davon vorbereitet absurd, aber sie haben sie unterstützt.

 

Aber dies spiegelt die Hysterie wieder, die der saudiarabische Friedensvorschlag unter den israelischen Tauben erzeugte, unterstützt von - die Vereinigten Staaten machten es in 1981 sehr klar, dass sie den saudiarabischen Plan nicht in Erwägung ziehen würden. Das ist es was im Grunde geschehen ist. Die Berichterstattung ist heute nur ein wenig anders.

 

Etwas anderes passierte zu der Zeit der saudiarabischen Planes in 1981. Israel begann damals mit den Vorbereitungen für die Invasion des Libanons, die einige Monate später stattfand. Zu diesem Zeitpunkt begannen sie die Provokationen in Libanon, um zu versuchen eine PLO Aktion zu bewirken, die als Vorwand für die Invasion benutzt werden konnte. Es gab Bombenanschläge, Morde, Fischerboote wurden versenkt, alles mögliche. Sie schafften es nicht einen Vorwand zu provozieren, also fielen sie trotzdem ein, mit US Unterstützung, und töteten um die 20.000 Menschen. Ein paar weitere US Vetos gegen Resolutionen des Sicherheitsrates stellten sicher, dass dies weiterging.

 

Was war der Zweck? Nun, endlich kann ich die New York Times dabei zitieren, wie sie etwas akkurates sagt. Das Ziel der Invasion - ich zitiere die New York Times vom letzten Januar - das Ziel der israelischen Regierung bei der Invasion Libanons war es "ein freundliches Regime einzusetzen und Arafats Palästinensische Befreiungsorganisation PLO zu vernichten. Das, so lautete die Theorie, würde dabei helfen die Palästinenser zu überzeugen die Herrschaft Israels über die Westbank und dem Gazastreifen zu akzeptieren." Das war also der Zweck der Invasion Libanons.

 

Der Bericht ist völlig korrekt, und soweit ich das weiss, ist dies das erste Mal in den Vereinigten Staaten, dass irgendwer in der Öffentlichkeit, in den Medien oder der Gelehrtenwelt, oder sonst irgendwer, etwas anerkannt hat, das 20 Jahre zuvor in der ganzen israelischen Presse vollkommen durchsichtig, offen und offensichtlich behandelt worden ist. Das wurde sofort angekündigt. Wenn man die dissidente Literatur lesen würde, wüste man das. Aber endlich, am 24. Januar 2002, gestattete es sich die New York Times eine Zeile zu veröffentlichen, versteckt in einer Kolumne oder sonst wo, die die Wahrheit erzählte, die sie 20 Jahre lang gewusst hatten, dass nämlich der US-israelische Angriff auf den Libanon - nicht klein, ungefähr 20.000 Tote - dass dies eine handbuchgemässe Illustration des internationalen Terrorismus ist, wie in dem US Gesetzbuch oder den US Armeehandbücher definiert: der Einsatz extremer Gewalt, in diesem Fall um politische Zwecke zu erreichen, durch Einschüchterung, Zwang und der Erzeugung von Furcht.

 

Vielleicht handelt es sich dabei nicht um internationaler Terrorismus, vielleicht ist es das viel schwerwiegendere Kriegsverbrechen der Aggression, im Fall dessen wir einen Nürnberger Prozess haben sollten anstatt bloss eines internationalen Tribunals, aber zumindest das letztere. Das ist es was 1981 zur Zeit des saudiarabischen Friedensplanes vor sich ging.

 

Nun, das ist die heutige Diplomatie. Der US Rejektionismus, der...

 

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NC: Die Person jedoch, die im Grunde am meisten dazu beigetragen hat zu vermeiden, dass die Menschen hier über irgendetwas Bescheid wussten, war der gute alte Thomas Friedman, der Mann, der sich nun damit brüstet, den Durchbruch für die Wiedereinführung des saudiarabischen Planes von vor 20 Jahren erwirkt zu haben, der, trotz andersverlautender Berichte, von den US und Israel zu Fall gebracht worden ist. Die ganzen 80er Jahre hindurch, als er Korrespondent der New York Times in Jerusalem gewesen ist, hat er also explizit alle Fakten geleugnet die ihm bekannt waren. Sie hätten in den israelischen Massenmedien eine Schlagzeile lesen können die besagte "PLO Arafat bietet Verhandlungen an, Peres sagt nein." Einige Tage später würden sie eine Kolumne von Thomas Friedman in der New York Times lesen die berichtete, dass Shimon Peres und israelischen Tauben die Tatsache beklagten, dass es keinen arabischen Verhandlungspartner für den Frieden gäbe. Alles was die Palästinenser wollen ist es zu töten. Arafat weigert sich zu verhandeln. Dass alles innerhalb weniger Tage.

 

Das ging während den ganzen 80ern so weiter. Friedmans eigene Position, die er in Interviews mit der israelischen Presse in April 1988 erklärte, als er den Pulitzer Preis gewann - sein eigener Ratschlag an Israel war, dass sie die besetzten Gebiete genauso kontrollieren, wie sie es mit Südlibanon taten, das heisst mit einer Militärbesatzung, eine terroristische Söldnerarmee um die Menschen unter Kontrolle zu halten, riesige Folterkammer in Khiam für den Fall dass irgendjemand aus der Reihe tritt - alles allgemein bekannt. Und das war sein Ratschlag für die besetzten Gebiete, aber da er ein Liberaler war sagte er, ihr solltet den Arabern erlauben irgendetwas zu haben, denn - ich zitiere - "wenn du Ahmed einen Sitz im Bus überlässt, setzt er seine Forderungen vielleicht herab."

 

Also, man kann sich vielleicht vorstellen dass jemand damals in den schlimmsten Tagen der Apartheid hätte vorschlagen können dass "wenn man Sambo einen Sitz im Bus überlässt setzt er seine Forderungen vielleicht herab," aber die Chancen, dass diese Person daraufhin den Pulitzer Preis bekommen und zum leitenden diplomatischen Korrespondent der New York Times ernannt werden würde, stehen vielleicht bei weniger als 100%.

 

Wie auch immer, er hat sich verbessert. Man muss ihm Zugeständnisse machen. Er hat sich seit damals sehr verbessert. Es könnte helfen wenn er uns in den 80ern erzählt hätte was er tat, und die Presse sagte uns was sie taten, aber man kann nicht alles haben. Die US Position zu der Zeit, die offizielle US Position in Dezember 1989 war der Bush-Baker Plan. Dieser forderte - hier ist der genaue Wortlaut. Er widersetzte sich der Gründung eines "zusätzlichen palästinensischen Staates" zwischen Israel und Jordanien. Das Wort "zusätzlich" bedeutet, dass es bereits einen palästinensischen Staat gab, nämlich Jordanien, also gibt es keine moralische Probleme. Und sie wollten keinen zusätzlichen palästinensischen Staat, neben Jordanien.

 

Darüber hinaus werden die Angelegenheiten der besetzten Gebiete, der Westbank und des Gazastreifens im Einklang mit der Politik der israelischen Regierung gelöst werden. Die dritte Position war, dass es in den besetzten Gebieten freie Wahlen geben würde, unter israelischer Militärbesatzung, mit dem grössten Teil der palästinensischen Intellektuellen im Gefängnis, unter Hausarrest oder unter Folter. Von alledem war der einzige Teil der jemals veröffentlicht wurde, war die zuvorkommende Geste in Unterstützung einer freien Wahl - die Bedingungen werden nicht erwähnt. Das war der US Plan von Dezember 1989. Kurz danach brach der Golfkrieg aus. Die Welt zog sich zurück, in der Gewissheit, dass die US diese Region gewaltsam kontrollieren würde. Das ist das Ende der internationalen Diplomatie. Was den Druck angeht, dem die US widerstanden hatten, waren die US zu diesem Zeitpunkt in der Lage ihr eigenes unilaterales rejektionistisches Programm einzuführen, das zu der permanenten kolonialen Abhängigkeit und den 227 "kleinen Kerkern" von Dezember 1999 führte, die in der Westbank unter israelischer Kontrolle in vier Kantone vereinigt werden sollten, während wir alle Clintons Grosszügigkeit applaudierten.

 

Nun, ich werde die abstossende Geschichte darüber wie die Vereinigten Staaten und Israel 35 Jahre lang Dayans Programm implementiert haben überspringen, und mich in den letzten Minuten anderen Teilen Westasiens zuwenden. Zurück zur Achse des Bösen. Wieso eine Achse des Bösen? Nun, was beabsichtigen die Verfasser von George Bushs Reden wenn sie ihm diese Phrase vorsetzen? Ich meine, wir haben keine internen Dokumente, also spekuliere ich jetzt. Aber eine einleuchtende Spekulation ist denke ich, dass all dieses Zeug in Wirklichkeit in erster Linie auf ein nationales Publikum abzielt.

 

Der 11. September hatte auf der ganzen Welt Auswirkungen, die selbe Auswirkung überall, vollkommen vorhersagbar. Der Effekt war, dass harte und repressive Elemente rund um die Welt erkannten, dass ihnen eine Gelegenheit offen stand. Sie können ihre Zwecke unerbittlich verfolgen, während die Bevölkerung verschreckt und gehorsam ist, und durch einen einseitigen Aufruf zum Patriotismus zum Schweigen gebracht ist, der besagt, halt du die Klappe, und ich werde meine eigenen Pläne noch aggressiver und noch unerbittlicher verfolgen als zuvor. Wie das genau implementiert wird, nun, das variiert von Land zu Land. In Russland, China, der Türkei, Israel, Algerien und andere Länder bedeutet das eine Verstärkung der Repression. Wir haben unsere Chance, wir werden die Gewalt und die Repression verstärken.

 

In demokratischeren Länder wie die Vereinigten Staaten bedeutet das, alles mögliche zu tun um die Staatsgewalt zu stärken, die Bevölkerung zu unterwerfen, den mächtigen Staat vor Beaufsichtigung zu schützen, und hier insbesondere, einen Angriff auf die heimische Bevölkerung und künftige Generationen zu eskalieren, der äusserst schwerwiegend ist, und den ich nicht wiedergeben muss, wenn Sie damit vertraut sind. Das ist seit dem 11. September geschehen, und es ist äusserst wichtig die Menschen davon abzuhalten dem Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Nun, wie hält man die Menschen still und ergeben? Alle verstehen dies. Die beste Art Menschen zu kontrollieren ist durch Furcht, und die einfachste Art es zu tun, ist indem man ein paar Zeilen aus den üblichen Märchen oder antike Epen darüber wie ein böser Monster kommt um einen zu vernichten, und Inkarnation davon...

 

Als das ganze passierte war ich in Indien und um zu versuchen nachts etwas Schlaf zu bekommen, las ich indische Epen, die ziemlich unterhaltsam sind. Das Hauptepos, die Ramayana, handelt genau davon. Ich glaube, Bushs Autoren müssen ihn plagiarisiert haben. Die Inkarnation Vishnus steigt auf die Erde hernieder, er ist der vollkommene Mann, er wird das Böse aus der Welt vertreiben. Und dann erzählt die Geschichte wie er das tut. Im Gegensatz zum Plagiat hat sie einen hohen literarischen Wert, aber das Bild ist so ziemlich das gleiche. Hier steckt also das Böse, und der Held, und wir verkriechen uns im Schatten des Helds und so weiter. Hauptsache man sieht nicht was der Held einem antut, denn das ist kein hübscher Anblick.

 

Wieso Achse? Nun, ich bezweifle das Bush weiss worauf das Wort sich bezieht, aber das Volk soll die Konnotationen erkennen. Man soll an die Nazis erinnert werden, und an Italien und Japan und so weiter. Nun, zurück in der echten Welt, befinden sich von den drei Ländern die diese Achse des Bösen bilden, der Irak und der Iran seit 20 Jahren im Krieg miteinander. Nordkorea hat weniger mit ihnen zu tun als Frankreich. Nordkorea wird wahrscheinlich aus zwei Gründen mit hineingeworfen. Erstens, es ist vollkommen wehrlos und daher isoliert, ein perfektes Angriffsziel, einfach, billig, niemand wird Einspruch erheben. Wenn man es der Achse des Bösen hinzufügt verstärkt das natürlich die Gefahren in der Region enorm. Den Südkoreaner gefällt das gar nicht, auch nicht den Japanern oder anderen, aber das ist nebensächlich.

 

Ausserdem ist Nordkorea nicht islamisch, was die Meinung abschwächen könnte, die US Politik würde sich gegen die islamische Welt richten.

 

Was ist mit dem Iran? Nun, der Iran ist zweifellos sehr böse. Im Iran gibt es einen internen Konflikt zwischen den reformistischen Elementen, die eine überwältigende Unterstützung der Bevölkerung geniessen und versuchen die Situation zu verbessern, und einem reaktionären und gefährlichen geistlicher Element. Und dafür haben sie einen echten Schuss in den Arm erhalten. Den Iran als teil der Achse des Bösen zu bezeichnen, ist ein gewaltiger Segen für die gefährlichsten und reaktionärsten Sektoren der Gesellschaft, und sehr schädlich für die Reformisten.

 

Die letzten 5 Jahrzehnte der iranischen Geschichte illustrieren die Auffassung vom Bösen sehr genau. Es erfordert wieder einmal Disziplin seitens der Presse und der intellektuellen Gemeinde, nicht auf das Offensichtliche hinzuweisen. In 1953 war der Iran böse. Was passiert war, ist dass eine konservative, nationalistische Regierung gewählt worden war, die Anstalten machte Irans eigene Ressourcen zu kontrollieren, was bis dahin die Briten getan hatten. Also war das böse und musste durch einen US-britischen Militärputsch gestürzt werden, der den Schah einsetzte, einen brutalen, grausamen Herrscher, der 26 Jahre lang eine der schlimmsten Ansammlungen von Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt anhäufte. Bei Amnesty International und anderen rangierte er stets an erster Stelle, diente den US Interessen, grösste Militärmacht.

 

Der Iran war also gut. Wenn man sich die Presseberichte dieser Zeit ansieht, werden die iranischen Verbrechen wenig diskutiert. Darüber gibt es übrigens einige interessante Untersuchungen. Dann in 1979 wurden sie wieder böse, als sie nämlich den Schah stürzten und sich der Unabhängigkeit zuwandten, und sind seitdem böse geblieben, also ausser Kontrolle. Tatsächlich ist die Frage warum sie böse bleiben ziemlich interessant. Normalerweise wird die US Politik in dieser Region schwer von den Energiekonzernen beeinflusst. Und sie haben seit einigen Jahren versucht sich dem Rest der Welt dabei anzuschliessen die iranischen Reformer zu unterstützen, und sie in das internationale System zurückzuführen. Aber die US Regierung ist dagegen. Sie besteht darauf den Iran zu isolieren und anzugreifen und die härtesten Elemente zu unterstützen, und das veranlasst uns zu fragen, wieso?

 

Mein Verdacht ist, dass es sich hierbei wieder einmal um einen Faktor handelt, der tatsächlich ein Leitfaktor in der Aussenpolitik ist, er hat sogar einen Namen in der Literatur der Aussenpolitik. Er wird "Glaubwürdigkeit festigen" genannt. Das war der wichtigste öffentliche Grund, der offizielle Grund, den Grossbritannien und die Vereinigten Staaten für die Bombardierung Serbiens vorbrachten. Wir müssen unsere Glaubwürdigkeit festigen. Was bedeutet das? Nun, wenn Sie das wissen möchten, wenden sie sich an Ihren lokalen Mafiaboss, und er wird es Ihnen erklären. Wenn irgendein Ladenbesitzer die kein Schutzgeld zahlt, gehst du nicht hin um das Geld einzutreiben, sondern um an ihn ein Exempel zu statuieren. Du schlägst ihn zu Brei. Dann begreifen die Leute, dass man sich den Befehlen des Herrschers nicht widersetzt. Das wird Glaubwürdigkeit genannt. Und wenn irgendjemand aus der Reihe tritt, muss man ein Exempel statuieren.

 

Der Iran trat aus der Reihe, und auch wenn es wirtschaftliche Interessen und so weiter dafür gäbe sie wiederherzustellen, besteht für die "Herrscher" eine noch grösseres Notwendigkeit sicherzustellen, dass niemand sonst noch auf dumme Ideen kommt. Ich denke das ist der Hauptgrund, wieder einmal, wie so oft, wie es sogar öffentlich verkündet wird.

 

Was ist mit dem Irak? Nun, Bush und Tony Blair, den die London Financial Times neulich als den US Botschafter der Welt beschrieb - die übrige Presse beschriebt ihn in etwas weniger schmeichelhaften Töne, Amerikas Pudel und so ähnlich - Bush und Blair haben vor kurzem, vor wenigen Tagen erst, den üblichen Ausspruch von Clinton und anderen wiederholt, dass wir Saddam Hussein loswerden müssen. Er ist ein solcher Verbrecher, das er sogar chemische Waffen gegen sein eigenes Volk einsetzte. Das kriegte man in Bushs präsidentiale Pressekonferenz vor ein paar Tage zu hören. Und das ist vollkommen wahr, er hat chemische Waffen gegen sein eigenes Volk eingesetzt, ein ultimatives Verbrechen. Das einzige was da ausgelassen wird ist, dass er es mit der vollen Zustimmung von Daddy Bush tat, der ihn während dieser ganzen Zeitperiode und darüber hinaus weiterhin unterstützte, genau wie Grossbritannien. Sie dachten es wäre vollkommen in Ordnung für ihn Gas gegen sein Volk einzusetzen, Massenvernichtungswaffen zu entwickeln, was er mit der Unterstützung der Vereinigten Staaten und Grossbritannien tat, die anhielt, ungeachtet seiner Greueltaten, weil er zu jener Zeit nützlich war.

 

Bis diese Worte erwähnt werden wissen wir, dass man den Begriff Heuchelei hier gar nicht anwenden kann, das wäre unfair für den Begriff Heuchelei, sich über die Berichterstattung darüber zu unterhalten, mit der Auslassung der Tatsache, dass die Verbrechen äusserst real sind, und wir sie unterstützt haben und sie auch danach weiterhin unterstützten. Bushs Unterstützung war besonders widerlich. In den frühen 90ern, lange danach, schickte er allen ernstes eine hohe Senatordelegation in den Irak, nur wenige Monate vor der Invasion Kuwaits. Sie wurde von Bob Dole angeführt, der bald danach für die Präsidentschaft kandidierte. Der Zweck der Delegation war es Bushs Freund Saddam seine Grüsse und guten Wünsche zu übermitteln, und ihm zu versichern, dass er der gelegentlichen Kritik die er in den Vereinigten Staaten hörte keine Aufmerksamkeit schenken sollte. Es sei nur so, dass einige amerikanische Reporter irgendwie ausser Kontrolle seien, und dass wir dieses Ding namens Pressefreiheit hätten und daher keine Möglichkeit haben ihnen das Maul zu stopfen. Aber im Grunde halten wir Sie für einen feinen Kerl.

 

Solange nichts davon zur Sprache gebracht wird wissen wir, dass das ganze Gerede über diese Gründe nur - sie sind nicht einmal als Unsinn zu betrachten. Legen wir das also beiseite. Ich meine, es stimmt, dass er ein Monster ist. Er war damals ein noch viel grösseres Monster. Es stimmt wahrscheinlich, dass er Massenvernichtungswaffen herstellte. Damals tat er es aber mit unserer Hilfe, und er war viel gefährlicher, viel, viel mächtiger und gefährlicher als heute. Er ist eine Gefahr für alle in seiner Reichweite, aber diese Reichweite ist heute viel kleiner. Er ist böse, das stimmt, aber seine Verbrechen können nicht der Grund für den geplanten Angriff sein.

 

Was also ist der Grund? Nun, ich denke das ist nicht allzu obskur. Der Irak besitzt nach Saudi Arabien die zweitgrössten Erdölreserven der Welt. Es ist die ganze Zeit über klar gewesen, dass die Vereinigten Staaten auf die eine oder andere Weise einen Weg finden würden um die Kontrolle über diese enormen Ressourcen wiederzuerlangen, und sie werden ihren Gegnern sicher keinen privilegierten Zugang zu ihnen erlauben. Frankreich und Russland haben jetzt den direkten Zugang, und das kann nicht toleriert werden. Dicht hinter ihnen steht so weit ich das verstehe Dick Cheney, der scheinbar irakisches Öl in die Staaten einführt, aber darüber weiss ich nichts.

 

Wie auch immer, Frankreich und Russland können keinen privilegierten Zugang haben. Die US müssen die Kontrolle über sie erlangen. Und früher oder später werden sie das tun, oder es versuchen. Sie könnten das als eine günstige Gelegenheit erachten. Das wird jedoch nicht einfach sein. Es wird viel von der technischen Schwierigkeit gesprochen, aber es gibt eine noch viel grundsätzlichere. Jeder Regierungswechsel im Irak muss auf eine Weise durchgeführt werden die sicherstellt, dass sie nicht einmal annährend demokratisch ist, und dafür gibt es einen guten Grund. Der grösste Teil der Bevölkerung von Irak sind Shiiten, und wenn sie in der neuen Regierung irgendeine Stimme haben sollten, könnten sie den Irak näher an den Iran rücken, was das letzte ist das die Vereinigten Staaten wollen. Die Kurden werden nach irgendeiner Art von Autonomie drängen, also kann das nicht zugelassen werden. Die Türkei würde rasen.

 

Und daher muss das neue Regime, wie es auch immer aussehen mag, von Sunni Generäle, der Militärmacht regiert werden. Deshalb arrangieren der CIA und das State Department nun Treffen mit Generäle die in den 90ern aus der irakischen Armee desertiert sind. Unglücklicherweise kann General Khazraji, der Presse nach ihr Favorit, nicht kommen; er wird in Dänemark festgehalten, wo gegen ihn wegen seiner Beteiligung am Halbja Massaker ermittelt wird, der chemische Angriff auf die Kurden, also kann er nicht kommen, obwohl er der Mann ist den wir wirklich wollen.

 

Aber das ist die Art Regime den sie irgendwie durchsetzten werden. Noch einmal, nichts davon ist ein Geheimnis, und wir können Thomas Friedman wieder einmal danken, dass er uns alles erklärt hat. Vielleicht erinnern Sie sich, dass in März 1991, gleich nach Ende des Golfkrieges als die US natürlich die totale Kontrolle über die ganze Region hatte, im Süden eine Rebellion stattfand, eine shiitische Rebellion, die das Monster durchaus hätte stürzen können, es wahrscheinlich auch getan hätte, wenn die US Saddam nicht autorisiert hätte seine Flugzeuge und Militärhubschrauber einzusetzen um den Widerstand niederzuschlagen. Eigentlich wurden hierbei wahrscheinlich mehr Menschen umgebracht, mehr Zivilisten, als während des ganzen Krieges.

 

Das fand alles statt während General Norman "der Stürmer" Schwartzkopf dort sass und zusah. Später sagte er die Iraker hätten ihn zum Narren gehalten als sie ihn um die Autorisierung ersuchten Hubschrauber einzusetzen, er hatte nicht wirklich verstanden, dass sie diese auch wirklich einsetzen würden. Wie er es ausdrückte, wurde er "von den Irakern angeschmiert", diese betrügerische Kreaturen, und deshalb begriff er nicht, und sie vernichteten den Widerstand irgendwie während er in eine andere Richtung blickte.

 

Zu diesem Zeitpunkt war es bereits so offensichtlich, man konnte sich einfach nicht weigern es zu berichten. Und es wurde berichtet. Thomas Friedman, der damals leitender diplomatischer Korrespondent für die New York Times war - leitender diplomatischer Korrespondent bedeutet Sprecher des State Departments bei der New York Times; man isst mit jemanden aus dem State Department zu Mittag, er sagt einem was man schreiben soll, die Art Sache - Er hatte eine Kolumne, eine gute Kolumne, in der er die US Position erklärte. Er sagte, wir mussten Saddam einfach erlauben die Opposition zu zerschlagen, und dann erklärte er, und das gilt noch, dass "die beste aller Welten" für die Vereinigten Staaten "eine Militärjunta mit eiserner Faust" wäre, die den Irak genauso regieren würde wie Saddam, und mit der Unterstützung Saudi Arabiens, der Türkei und natürlich der Vereinigten Staaten. Das ist die beste aller Welten, und wir werden versuchen sie irgendwie zu erreichen. Der Name des Befehlshaber sollte am besten nicht Saddam Hussein sein, das wäre etwas peinlich, aber irgendein Klon wird es auch tun. Darauf müssen wir hinarbeiten. Und das ist nicht einfach zu erreichen.

 

Also von den ganzen technischen Problemen mal abgesehen, muss das weitergehen. Nun, der Ausdruck Achse des Bösen hängt ziemlich stark vom Betrachter ab. Es gibt andere die eine Achse des Bösen sehen, aber eine andere. Ich komme darauf zurück. Die halboffizielle ägyptische Tageszeitung al-Ahram hatte vor einigen Tagen eine lange Kolumne mit dem Titel Die Achse des Bösen, in der sie sich auf die böse Achse der Vereinigten Staaten, Türkei und Israel bezogen. Das ist eine realistische Achse [Applaus]. Zum einen gibt es eine enge Allianz, und die Allianz ist nicht geheim, sie ist offen, sie ist stark. Das sind die drei. Die US als offensichtlicher Weltherrscher, Israel und die Türkei als die zwei grössten Militärmächte in der Region, beide mehr oder weniger militärische US Auslandsbasen. Sie sind seit langer Zeit in Linie gebracht worden, als Teil eines Systems, der auf die arabische Welt und die erdölproduzierende Regionen abzielt. Das ist das, was die Nixon Regierung "lokale Wachhunde auf Abruf" nannte, mit Hauptquartier in Washington, um sicherzustellen, dass die Leute dort in den ölproduzierenden Regionen nicht ausser Kontrolle geraten.

 

Zu der Zeit hatte der Schah - Iran, man erinnere sich, war zu der Zeit noch gut, noch nicht böse, also noch Teil des Systems - es gab eine Allianz zwischen Israel, dem Iran, der Türkei und Saudi Arabien, mit der US im Hintergrund und Grossbritannien als Aushilfe, als Teil des Systems um die Region zu kontrollieren. Und diese Achse des Bösen - die Mitgliedschaft hat sich ein wenig verändert als der Iran wieder böse wurde, wie in 1953, aber sie ist immer noch da. Und das ist die Achse die sie sehen. Und die ist aktiv.

 

In den letzten Tagen, und heute wieder, versuchen die Vereinigten Staaten - und haben es anscheinend geschafft - die Türkei davon zu überzeugen zu der Militärmacht zu werden, die in Afghanistan den Krieg gegen den Terror führen soll. Nun, das geht vielleicht hier durch, aber jeder in dieser Region, einschliesslich der Türkei - ich bin gerade von dort zurückgekehrt - einschliesslich der Regionen die im letzten Jahrzehnt von den türkischen Greueltaten am schwersten verwüstet worden sind, jeder weiss, dass die Türkei ein führender terroristischer Staat ist, vielleicht einer der schlimmsten auf der ganzen Welt. Und wieder, wenn ich Türkei sage, meine ich die US und die Türkei. In den 90er Jahren war die Gegend die ich gerade besucht habe, der Südosten der Türkei, die kurdischen Gebiete, der Schauplatz einiger der schlimmsten Greueltaten und "ethnischen Säuberungen" der 90er. Es war in den 80ern schon schlimm genug, wurde schlimmer unter Clinton. Die US lieferte 80% der Waffen. Das gipfelte in 1997 - in 1997 alleine wurden mehr Waffen in die Türkei verschickt als während des gesamten Kalten Krieges bis 1984, als die Aufstandsbekämpfungskampagne begann. Ein paar Millionen Flüchtlinge, ein verwüstetes Land, Zehntausende Tote. Schlimmer als alles, dass Milosevic in Kosovo vor der NATO Bombardierung angelastet werden kann.

 

Durch die ganzen späten 90ern hindurch war die Türkei der weltweit führende Empfänger von US Waffen, nach Israel und Ägypten. Und zu den Greueltaten gehörten jede Form von Barbarei und Folter und Terror die man sich nur vorstellen kann. Aber nichts davon ist jemals geschehen. Nichts davon ist aus dem üblichen Grund passiert: wir haben es getan. Deshalb Schweigen, raus aus der Geschichtsschreibung, und in diesem Fall, Applaus. Also wird die Türkei von dem State Department und der New York Times gelobt, Leitartikel ihrer Terrorismusexpertin Judith Miller und anderen, stellen sie als ein Modell für die Bekämpfung des Terrorismus dar.

 

Hier ist einer der führenden Verantwortlichen für einige der schlimmsten terroristischen Greueltaten der 90er Jahren, und man erinnere sich: internationaler Terrorismus, den Sie und ich tun es, was als ein Modell für die Bekämpfung des Terrors gepriesen wird. Nun, das ist ziemlich normal, und wieder lohnt es sich über die gleichen drei Ebenen nachzudenken, die ich erwähnt habe.

 

Nun, Westasien stehen schwere Tage bevor. Der Einsatz für die Welt ist enorm. Hier sind einige der grössten Energieressourcen der Welt lokalisiert. Eine Menge Faktoren spielen darin eine Rolle. Die wichtigsten davon befinden sich jedoch direkt hier, was gut ist, zumindest für jene die hoffen die schlimmsten Auswirkungen abzuwehren und den Opfern ein wenig Hoffnung bieten zu können. Danke.

 

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NC: Wenn ich eine Anmerkung machen darf, ich kann keine Details liefern und das ist nur aus dem Gedächtnis, aber eine der wirklich wichtigen Sachen die, wie Sie gehört haben, in Israel passieren, ist die Weigerung von Reserveoffiziere - jetzt schon ein paar Hundert - in den besetzten Gebieten zu dienen. Das hat eine grosse Wirkung, es ist eine sehr mutige und ehrbare Tat. Und sie haben Unterstützungsgruppen, einige auch hier. Ich bin ziemlich sicher, dass das Tikkun Magazin, der sich hier befindet, ein Unterstützungsprogramm für sie organisiert, und ich denke Sie sollten dem grosse Aufmerksamkeit schenken.

 

Was können junge Menschen tun um die Welt zu verändern? Nun, wissen Sie, das gleiche was junge Menschen seit Jahren tun. Ich erwähnte bereits, dass dieses Land viel zivilisierter ist als noch vor 40 Jahren. Das ist zum Grossteil auf das zurückzuführen was junge Menschen damals taten, hier in Berkeley und an viele andere Orte, und es hatte eine Wirkung. Eine davon habe ich schon erwähnt, nämlich Barrieren gegen den Einsatz von Staatsgewalt. Das ist für einen grossen Teil der Welt nicht bedeutungslos. Aber das ist nicht das einzige. Vor 40 Jahren gab es keine feministische Bewegung, es gab keine Umweltbewegung, es gab keine Solidaritätsbewegung mit der Dritten Welt, es gab keine bedeutende massive anti-nukleare Bewegung, keine Bewegung gegen die Apartheid, und so weiter und so weiter.

 

Das alles entwickelte sich durch die aktive - zu einem grossen Teil, durch die aktive Beteiligung von Menschen, die damals junge Menschen waren, ging weiter als sie ältere Menschen wurden, mehr junge Menschen schlossen sich in den 90ern an. Es gibt neue Initiativen, wie zum Beispiel die Bewegung gegen Sweatshops / Maquiladoras auf der ganzen Welt wird hauptsächlich von Menschen in Ihrem Alter geführt. Die Bewegungen gegen die lächerlicherweise sogenannte Globalisierung, das heisst, was mein Lieblingsblatt, der Wall Street Journal, freies Investitionsabkommen nennt, und für uns als Freihandelsabkommen bezeichnet wird. Die Menschen die sich dem entgegensetzen sind zum grössten Teil junge Menschen, von denen viele hier anwesend sind. Die grössten Bewegungen dagegen finden übrigens in Brasilien, Indien und solche Plätze statt. Aber wir haben uns angeschlossen, der Norden hat sich angeschlossen, mit viele Initiativen von jungen Menschen. Es gibt keine Grenzen für das was man erreichen kann. Und in den letzten Jahren gab es viele Modelle, hier vor unseren Augen.

 

Frage: In ihrem Vortrag an der U.C. Berkley am Dienstag waren Sie nicht sehr begeistert von der Bewegung zur Distanzierung von - hier heisst es Palästina, aber ich denke das bedeutet Israel. Könnten Sie erklären wieso?

 

NC:Nun, ich habe meine Vorbehalte gerade zum Ausdruck gebracht, die gleichen die ich hier bereits erklärt habe. Ich sage nicht dass es falsch ist. Ich traue meinem Urteil nie wenn es um Taktik geht, weil meine Urteilsfähigkeit nicht so gut ist. Aber ich sehe einige Probleme. Das Problem ist, dass der Protest sich hierher richten sollte. Es ist einfach andere zu kritisieren, aber wenn diese anderen die Dinge tun, weil wir es ihnen erlauben und sie dafür bewaffnen und unterstützen und sie dazu ermutigen sie zu tun, wäre es etwas fragwürdig, unsere Aktionen gegen sie zu richten. Und das wäre der Fall wenn es sich dabei um Israel oder die Türkei oder andere Agenten von US Greueltaten handelt. Das ist mein Vorbehalt. Wie man das vermeiden kann müssen Sie selbst herausfinden.

 

Frage: Sie sagten einmal, dass wir als Bürger nicht der Macht die Wahrheit entgegenhalten sollten, sondern den Menschen. Sollten wir nicht beides tun?

 

NC: Das bezieht sich auf so ziemlich das einzige worin ich mit meinen Quäker-Freunde nicht übereinstimme. Bei jeder praktischen Aktivität stimme ich normalerweise mit ihnen überein, aber ich bin mit ihrem Slogan nicht einverstanden, der Macht die Wahrheit sagen. Erstens mal, weiss die Macht die Wahrheit bereits. Sie müssen sie nicht von uns hören, also ist das zum grössten Teil eine Zeitverschwendung. Darüber hinaus ist das das falsche Publikum. Man muss die Wahrheit den Menschen sagen, die die Macht auflösen, stürzen und in die Schranken weisen werden. Ausserdem mag ich die Phrase "die Wahrheit entgegenhalten..." nicht. Wir kennen die Wahrheit nicht, ich zumindest nicht.

 

Wir sollten uns mit der Art Menschen zusammenschliessen, die bereit sind sich zu engagieren die Macht zu stürzen, und ihnen zuhören. Sie wissen oft viel mehr als wir. Und zusammen mit ihnen die richtigen Aktivitäten durchführen. Sollte man auch der Macht die Wahrheit entgegenhalten? Wenn Ihnen danach ist, aber ich sehe da nicht viel Sinn. Ich bin nicht daran interessiert den Leuten um Bush zu erzählen was sie bereits schon wissen.

 

Frage: Meine Freundin ist eine junge US-afghanische Frau, die immer noch studiert und beschlossen hat nicht hier zu leben, sondern ihren Abschluss als Lehrerin zu machen und nach Afghanistan zu ziehen, um afghanische Kinder zu erreichen und zu helfen. Welchen Rat würden sie ihr geben? Was kann sie spezifisch tun um am effektivsten zu sein, und sich gleichzeitig als Frau zu schützen?

 

NC: Ohne sie zu kennen denke ich, dass sie hundert Mal mehr über dieses Thema weiss als ich das tue, also würde ich ihr keinen Rat geben. Ich würde uns selbst einen Rat geben. Wir haben eine Verantwortung in Afghanistan. Die Vereinigten Staaten und Russland, diese zwei Länder haben Afghanistan zerstört. Wir sollten ihnen keine Hilfe gewähren, wir sollten ihnen Reparationszahlungen leisten. Wir sollten ehrlich genug sein das zu tun. Und wir sollten sicher keinen terroristischen Staat da hineinbringen, einen Staat, den wir zu einem terroristischen gemacht haben, um ihnen dabei zu "helfen" den Terrorismus zu bekämpfen, denn das tun wir gerade. Genau wie wir ihnen nicht angetan haben sollten, was wir ihnen in den letzten Monaten angetan haben.

 

Aber es gibt vieles was wir tun könnten. Das ist nicht das einzige Land auf der Welt dem wir Reparationen schulden, aber es ist eins davon. Und eine Art diese junge afghanische Frau zu unterstützen besteht darin, die Dinge zu tun, die sie und andere sich von uns wünschen würden. Und wir sollten ihrem Beispiel folgen. Wir sind es nicht die ihnen Ratschläge geben sollten.

 

Frage: Was halten Sie von der Theorie, die US Regierung hätte von den Anschlägen am 11. September gewusst, aber sie trotzdem zugelassen um eine Rechtfertigung für einen bereits geplanten Krieg in Afghanistan zu haben?

 

NC: Es ist eine weitverbreitete Ansicht, und ich habe es im Internet sehr oft gelesen. Ich halte das für extrem unwahrscheinlich. Solange keine wirklich seriöse, glaubwürdige Beweise vorgebracht wird, würde ich das persönlich nicht sehr ernst nehmen, und ich habe bisher keine solchen Beweise gesehen. Es ist sehr unwahrscheinlich. So was geschieht gewöhnlich nicht. Ich kann mich in der Geschichte an nichts annährendes erinnern - vielleicht der Reichstagsbrand. Aber das wäre ein äusserst seltenes und unwahrscheinliches Ereignis, und es hätte dafür keinen Grund gegeben. Es wäre meiner Meinung nach verrückt gewesen.

 

Wenn Sie denken das ist eine Untersuchung wert, untersuchen Sie es, aber persönlich halte ich es nicht für glaubwürdig, oder aus meiner Sicht zumindest für seriös genug um untersucht zu werden.

 

Frage: Es war in der letzten Zeit oft die Rede davon, das türkische Militär als Friedenstruppen in Afghanistan einzusetzen. Bitte kommentieren Sie das.

 

NC: Nun, das habe ich bereits. Werden sich die Türken an der US Politik halten? Sicher, sie werden alles tun was wir ihnen sagen. Wenn man ein Land mit 80% seiner Waffen beliefert, sie bei all ihren Greueltaten und der Unterdrückung unterstützt, klar, sie werden alles befolgen was man ihnen sagt. Genau wie Israel es tun wird, genau wie sie es letzte Woche getan haben: nicht ganz. Also, wie ich gesagt habe, war ich vor einige Wochen in der Türkei, und eine der grossen Themen die dort in der Presse und unter den Menschen die für Aussenpolitik interessieren besprochen wurde ist, dass sie behaupten - ich kann es nicht bestätigen - aber sie behaupten, dass die US sie stark unter Druck setzt um als Militärmacht für den geplanten Angriff gegen den Irak zu dienen. Ich weiss nicht sicher ob das wahr ist, aber das könnte stimmen, und sie glauben sicher daran.

 

Sie haben öffentlich gesagt, dass ihnen das nicht gefällt. Der Erste Minister sagte, nein, wir wollen das nicht. Und man kann den Konflikt hier in der Türkei sehen. Einerseits gibt es einen gewissen Vorteil. Wenn sie das für die Vereinigten Staaten tun, kriegen sie die Begünstigungen eines Klientenstaates. Es gibt hier auch noch eine spezifische Sache. Ein guter Teil der Bevölkerung - die irakisch-türkischen Grenze ist eine künstliche Grenze, genau wie alle Grenzen einschliesslich unsere. Sie wurde durch Eroberung festgesetzt. Im Grunde wurde sie von den Briten aufgestellt um sicherzustellen, dass Grossbritannien die Kontrolle über die Erdölressourcen im Norden Iraks behalten würden, und nicht die Türkei. Und die Türken sind nicht besonders glücklich darüber. Eigentlich ist ein grosser Teil der Bevölkerung auf der irakischen Seite im Grunde türkisch. Und wenn sie das Erdöl um Kikuk und Mosul irgendwie in die Hände bekommen könnten, wären sie nicht sehr unglücklich darüber, sie betrachten es irgendwie als ihr Eigentum, mit einiger Berechtigung würde ich sagen. Also gibt es einen gewissen Vorteil.

 

Der Nachteil ist, dass es kurdisch ist, ein grosser Teil des Gebietes ist kurdisch. Sie haben gegen ihre eigene kurdische Bevölkerung seit den 20er Jahren eine abstossende Repression geführt, als der Staat gegründet wurde. In den letzten 15 Jahren ist es viel schlimmer geworden, dank uns. Und sie wollen keine noch grössere kurdische Bevölkerung. Und sie fürchten, dass - erstens, wenn es eine irakische Invasion gibt, könnte das für die Kurden zu einem Schlachthaus werden. Ich meine, es ist schwer vorauszusagen was passieren wird, aber sie sind jeder möglichen Greueltat die kommen könnte völlig ausgesetzt. Und es könnte einen kurdischen Aufstand geben, und dann könnte es in den kurdischen Gebieten der Türkei eine Erhebung geben, auch wenn sie unter enger militärischer Kontrolle stehen, man kann niemals voraussagen wie so was läuft. Und darüber sind sie nicht glücklich.

 

Also, würden sie der US Politik folgen? Nun wissen Sie, zum grössten Teil, aber es gibt einige Grenzen, für jeden. Nicht einmal England würde der US Politik in einigen Hinsichten folgen.

 

Frage: Inwiefern haben Ihre Studien in Linguistik zu Ihren Analysen der Weltereignisse beigetragen?

 

NC: Das ist leicht. Überhaupt nicht.

 

Eigentlich ist das negativ, weil sie Zeit beansprucht haben, die zum Nachdenken über die Weltereignisse hätte genutzt werden können.

 

Frage: Ich habe daran gedacht meine Steuern nicht zu zahlen, um gegen die Verwendung unserer Steuergelder für die Militäraktionen der Regierung zu protestieren. Was halten sie davon?

 

NC: Nun, wie ich schon sagte, ich vertraue niemals meiner taktischen Urteilskraft. Nur um von meinen Erfahrungen zu sprechen, damals in 1965 versuchte ich mit einigen Freunden eine nationale Widerstandbewegung gegen Steuern zu organisieren. Ich kann nicht behaupten dass sie sonderlich erfolgreich war, sie war es nicht, aber ziemlich viele von uns haben ziemlich viele Jahre hindurch keine Steuern gezahlt, in meinem Fall etwa 10 Jahre lang. Ich weiss nicht ob das effektiv war oder nicht, das kann ich einfach nicht beurteilen. Ich meine, ich was was einigen passiert ist - die Regierung antwortet, die Art in die sie es tut sieht irgendwie beiläufig aus.

 

In einigen Fällen können sie einen strafrechtlich verfolgen. Ich kenne Fälle in denen sie einige Leute bestraft haben, sie haben ihnen ihre Häuser und Autos weggenommen und so weiter. In meinem persönlichen Fall, ging es grösstenteils darum leidenschaftliche Briefe an das IRS zu verschicken, die von irgendeinem Computer gelesen wurden, der mir ein Vordrucksbrief zurückschickte in dem irgendwas stand. Da es in meinem Fall keine Möglichkeit gibt keine Steuer zu zahlen, können sie direkt an die Quelle gehen, was sie getan haben, die Quelle des Gehalts, und die Steuern einziehen, plus einer Strafzahlung, also haben sie ihre Steuern gekriegt. Und sonst haben sie nichts getan. Aber in einige Fälle haben sie es.

 

Wie sehr das die Politik beeinflusst hat, und wie es wäre, wenn es eine wirklich massive Steuernwiderstandbewegung geben würde, die wir nicht entwickeln konnten, weiss ich einfach nicht. Das sind knallharte taktische Überlegungen, ich habe keine speziellen Einsichten. Ich traue meinem eigenen Wort nicht, und es gibt keinen Grund weshalb Sie das tun sollten.
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